Einblick in die Qualifizierung
KITA-Naturbotschafterin / zum KITA-Naturbotschafter
Von April 2025 bis Januar 2026 wurde in Schleswig-Holstein erstmals eine Qualifizierung zum/zur KITA-Naturbotschafter/-in angeboten. Federführend waren das BNUR in Flintbek und die Hamburger Umweltstiftung SOF Safe Our Future.
Ich hatte die Freude, an dieser Qualifizierung teilzunehmen und möchte an dieser Stelle darüber berichten – vielleicht den Funken weitergeben, denn in 2027 soll die Qualifizierung erneut angeboten werden.

Darstellung der eigenen Motivation
Das Konzept wurde auf Grundlage des Bundesförderprojektes „KITA-Naturbotschafter/-innen – mehr Natur in KITAs“ von den NABU-Landesverbänden Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland entwickelt und dort bereits wiederholt und erfolgreich durchgeführt.
Die Teilnahme an der Qualifizierung war kostenlos, dafür soll die Arbeit in der KITA ehrenamtlich erfolgen.
Die Teilnehmenden unseres Kurses, 14 Frauen. und 5 Männer, kamen aus sehr unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen. Uns einte die Neugierde und die Freude auf den Umgang mit Kindern in und mit der Natur.
Bedingt durch die absehbaren „Arbeitszeiten“ im KITA-Alltag waren die meisten von uns Ruheständler/-innen, aber nicht alle!
Dem Ziel, KITA-Kindern die Schönheit und Bedeutung der biologischen Vielfalt vermitteln zu können und der Natur mit Achtsamkeit zu begegnen, näherten wir uns im Laufe mehrerer Tagesseminare auf dem vielseitigen Ringstedtenhof in Lübeck, der dem Bioland-Verband angehört. Auch die dortige Gastfreundschaft sorgte mit für die lockere Stimmung an den Seminartagen.
Eine Mitarbeiterin von SOF leitete und begleitete die Seminare sehr aufmerksam und zugewandt. Sie vermittelte Themen wie frühkindliche Bildung und das wichtige Philosophieren mit Kindern. Zu den Themenschwerpunkten wie Lebensräume von Schmetterlingen, Wildbienen, Vögeln, Boden, Hecken usw kamen jeweils externe Referent/-innen, meist auch mit beispielhaften Methoden, Aktionen, Spielen, – die uns beim Ausprobieren oft genug wieder zu Kindern machten.
Im Laufe der Seminareinheiten entwickelte sich eine sehr angenehme Gemeinschaft mit Erfahrungsaustausch und vielen humorvollen Momenten – natürlich mit den nötigen Ernst für die Sache. Tatsächlich war es beeindruckend, bei mir selbst und den anderen Teilnehmenden zu erleben, wie Talente, Vorlieben und Möglichkeiten entdeckt und mitgestaltend eingebracht wurden.
Parallel zu den Seminaren gehörte es zu unseren Aufgaben, durch eigene Initiative in unserem privaten Umfeld eine Paten-KITA zu finden, die wir nach Absprache in regelmäßigen Abständen besuchen dürfen, um dort das sperrige Thema „Biodiversität“ für die Kinder erlebbar zu machen. Ihr wisst ja: nur was wir kennen, werden wir auch lieben und schützen.
Wichtig ist es, in der KITA eine/-n Bezugs-Erzieher/-in zu haben, der/die „pro Natur“ eingestellt ist und den Anteil „Alltag“ mit den Kindern wuppt (KITA-gemäßer Umgang, Regelwerk, Trinkpausen…).Für mich ist die „Feinabstimmung“, die sich mit der Bezugs-Erzieherin in „meiner“ KITA entwickelt hat, eine erfreuliche, bereichernde Erfahrung.
In den Seminaren galt immer wieder: die – saisonal gut abgestimmten –
Themen und Inhalte der Seminare als Grundlagen und Impulse zu verstehen, nicht „abzuarbeiten“; die Individualität der Naturbotschafter/-innen ebenso wie der KITAs müssen Raum bekommen.

Wir bauen einen Unterschlupf für Igel
Für die Veranstalter sollten wir Teilnehmenden Stichworte notieren, evtl. ein Tagebuch führen, um unsere Aktivitäten in der KITA darzustellen. Außerdem nahm die Kurs-Leiterin bei jedem/jeder Teilnehmer/-in einmal nach Absprachen an einem Praxistag teil. Beide „Auflagen“ erfolgten völlig wertungsfrei!
Im Januar 2026 bekamen alle Teilnehmenden im Rahmen einer abschließenden feierlichen Veranstaltung in Flintbek ihre Zertifikate.
Diese erste Qualifizierungsrunde in Schleswig-Holstein wird nun ausgewertet. Einen weitern Durchgang planen BNUR und SOF in 2027.
Für uns Teilnehmend der „Pilot-Runde“ wird es im November 2026 ein Netzwerktreffen in Flintbek geben, das auch für Interessenten offen sein wird (s.BNUR-Programm 2026).
In den Monaten meines Wirkens in der KITA habe ich oft festgestellt, dass viele Elemente aus der Ausbildung und Praxis der Natur-und Landschaftsführer/-innen wertvolle Bausteine für diese neue Zielgruppe bieten, etwa interaktive Einheiten, das Vermitteln einer lebendigen Erlebniswelt, beste Momente des Staunens und Begreifens. Diese gemeinsame Zeit mit den KITA-Kindern bietet eine besondere Art von Naturführungen hin zu einer wertschätzenden Beziehung zu unserer Mitwelt.
Dörte Meyn
zert. Naturpädagogin
ZNLF Aktivregion Alsterland
Kräuterkundige,
KITA-Naturbotschafterin

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