Artenkenntnis mit Zertifikat

Artenkenntnis mit Zertifikat in Bronze bedeutet, 200 Pflanzenarten sicher bestimmen zu können.

Naturinteressierte zu Artenkennerinnen und Artenkenner weiterzubilden, das Ziel verfolgt  der „Bundesweite Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten im Natur- und Umweltschutz” (BANU).  Das BANU hat ein bundesweit gültiges Qualifizierungs- und Zertifizierungssystem für Feldbotanik geschaffen.

Ergänzend zum Zertifikat in Bronze gibt es Silber mit 400 Arten und als Krönung Gold mit insgesamt 600 Pflanzenarten.

Bedarf an fundierter Artenkenntnis

Überall im Bundesgebiet besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften mit Artenkenntnissen. Zertifiziertes Expertenwissen soll die Wissenschaft bei der Erfassung des Arteninventars der Landschaft unterstützen. Die Fähigkeit zur präzisen Ansprache auf Artenebene wird benötigt, um solche Auflagen zu kontrollieren, die von Parlamenten oder Behörden zum Schutz der Mitwelt angeordnet werden. Beim Sport ist es so, dass es jeweils nur eine Bronze-, Silber- und Goldmedaille gibt. Bei der Feldbotanik ist es anders. Je mehr Zertifikate in Edelmetall erreicht werden, desto besser. Die Ausbildungskurse sind gezählt, die verfügbaren Plätze sind schnell vergeben.

Naturführung versus Artenkenntnis

Die meisten Naturführungen werden so gestaltet, dass auf diejenigen Tiere und Pflanzen aufmerksam gemacht wird, denen die Teilnehmer begegnen. Erst eine Benennung ermöglicht es, die Vielfalt der Lebensformen wahrzunehmen. Das Erlebnis einer Führung und Sensibilisierung für die Landschaft ist bei uns aus gutem Grund wichtiger als das „Vokabellernen“.

Die NaturführerInnen im Verein bieten größere Vielfalt als allein die „klassischen“ Naturführungen, Das Angebot ist breiter aufgestellt aus nach draußen verlagerter Biologieunterricht. Genannt sei an dieser Stelle Waldbaden oder Kochen mit Wildkräutern und Pilzen. (Näheres beispielsweise hier Aktionsmonat Naturerlebnis)

Anforderungen für den Erwerb des Zertifikats

Die Anforderungen an ein Zertifikat in Feldbotanik sind vergleichbar mit den Anforderungen an ein Zertifikat als Natur- und Landschaftsführer, sowohl in Zeitaufwand als auch im Preis.

Zur Zertifikatsprüfung kann sich jeder anmelden, eine Teilnahme am Kurs ist nicht zwingend erforderlich. Anmeldeformular für Bronze und Silber

  • Prüfungstermin in Flintbek, Schleswig-Holstein: 03.09.2020
  • Prüfungstermin in Hamburg: 09.07.2022

Grob gesprochen besteht die Bronzeprüfung darin, mindestens 18 der 20 vorgelegten Pflanzen zu erkennen. Diese 20 kommen aus der Liste der 200 Pflanzenarten, die dem Kurs zugrunde liegt. Der BANU-Standard erlaubt den einzelnen Bundesländern gewisse regionale Anpassungen an die Artenliste der 200.

Teilnahme an den Zertifizierungskursen

Ich kenne einige Vereinsmitglieder, die zusätzlich einen Feldbotanik-Kurs belegen bzw. bereits am Silberkurs teilnehmen. Einige andere erwähnen diese Kurse auf ihren Führungen in der Hoffnung, dass so die Naturkenntnis gestärkt wird, dass zum Weiterlernen animiert wird.

Die Akademie in Schleswig-Holstein bietet nicht nur für Pflanzen, sondern auch für weitere Artengruppen Kurse an oder wird diese in den nächsten Jahren anbieten.

Die 200 Pflanzen aus der Artenliste des Bronzekurs für Feldbotanik können auf der Seite www.naturführung.de angesehen werden:
Teil 1: Die größeren Pflanzenfamilien aus der Liste für Bronzezertifikat
Teil 2: Die kleineren Pflanzenfamilien aus der Liste für Bronzezertifikat

 

Visuelle Musik auf der Wiese

Visuelle Musik auf der Wiese

Fotografieren hilft Beoachten

Bei der Eröffnungsrede betonte Sandra Bartocha auch, dass Fotografieren beim Beobachten hilft. Licht, Tageszeit, Jahreszeit wahrnehmen. Die Jahreszeiten in der Vegetation erkennen. Wie so oft habe ich auch diese Ausstellung mit den Augen des Naturführers betrachtet. Der Detailreichtum der Prints ist überraschend. Dieses Bild zeigt ein Detail, aufgenommen aus dem Wiesenfoto direkt über diesen Zeilen.

Zum Spiel zwischen Gesamtsicht und Detailsicht noch ein Beispiel: Im ersten Bild sehe ich ein Schimpansengesicht, im dritten Foto einen abstrakt fotografieten Wald.

Ausstellung im Museum Schleswig

Die Ausstellung “Rythm of Nature” ist noch bis zum 11.09.2022 im Stadtmuseum Schleswig zu sehen.

Dort kann das gleichnamige Buch betrachtet und gekauft werden. Verlag und Autorin legen Wert darauf, dass die LeserInnen verwöhnt werden. Jedes Umblättern der schweren Seiten ist ein ein Erlebnis, der Unterschied zum E-Book-Reader ist haptisch fühlbar.

“Ins Nachtgrau
singt der Sprosser
das Versprechen
einer Sommerliebe”

Ins Nachtgrau singt der Sprosser ...

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